Theorie 8 Min. Lesezeit

Low-G vs. High-G: was ist der Unterschied?

Aktualisiert 15.08.2026 ·

Low-G oder high-G? Hier steht, was sich an deiner Ukulele wirklich ändert, wie beide klingen und welche du nehmen solltest, ob du nun den klassischen klimpernden Klang liebst oder einen tieferen, volleren Tonumfang willst.

Was du lernst
  • Was die Standardstimmung wirklich ist
  • Wie high-G klingt
  • High-G und low-G auf einen Blick
  • So stellst du auf low-G um
diese Werbung entfernen

„Was ist eigentlich low-G-Stimmung?“ „Warum klingt meine Ukulele so klimpernd?“ „Soll ich auf low-G umsteigen?“ Wenn du eine dieser Fragen schon mal gegoogelt hast, bist du damit nicht allein. Das kennen wir alle: Man starrt seine Uke an und fragt sich, was dieses kleine g eigentlich bedeutet. Gute Nachricht: Es ist eine winzige Änderung mit großer Wirkung auf deinen Klang, und am Ende dieses Guides weißt du genau, welche von beiden zu deiner Spielweise passt.

Das Wichtigste zuerst: was die Standardstimmung wirklich ist

Deine Ukulele kam mit ziemlicher Sicherheit in der Standardstimmung gCEA zu dir. Diese vier Buchstaben sind die Töne deiner leeren Saiten, von der 4. Saite (die, die deinem Gesicht am nächsten ist, wenn du die Ukulele in Spielhaltung hältst) hinunter bis zur 1. Saite (die, die dem Boden am nächsten ist).

Jetzt kommt der Teil, der die meisten Anfänger überrascht. In der Standardstimmung ist dieses obere g reentrant (= die Saiten laufen nicht einfach von tief nach hoch, eine von ihnen springt wieder nach oben). Das g der 4. Saite ist HÖHER gestimmt als das C der 3. Saite. Es liegt tatsächlich oben bei deiner E- und deiner A-Saite, nicht darunter.

Stell dir eine Gesangsgruppe vor, bei der du erwartest, dass die Stimmen sauber von tief nach hoch sortiert sind, und dann rutscht eine davon unerwartet in die hohe Lage. Genau dieser kleine Sprung ist das Geheimnis hinter dem klassischen Ukulele-Klang.

Du bist dir nicht sicher, ob deine Ukulele richtig gestimmt ist? Dann schau kurz beim Online-Stimmgerät für Ukulele vorbei und prüf das, bevor du weiterliest.

High-G (reentrant): der klassische Ukulele-Klang

High-G ist das, womit die meisten Ukulelen ausgeliefert werden, und es ist genau der Klang, den du im Kopf hast, wenn du an eine Ukulele denkst. Hell, funkelnd und süß.

Du kennst dieses berühmte „my dog has fleas“, den alten englischen Merkspruch für die vier leeren Saiten? Schlag sie an und du hörst ihn sofort. Der Grund, warum das so klimpernd klingt, ist genau dieses reentrante g. Weil der höchste Ton mitten in deinen Akkorden steckt statt ganz unten, klingen deine Anschläge wie ein heller, funkelnder Cluster und nicht wie ein ordentlicher Lauf von tief nach hoch.

Perfekt zum Strumming, zum Mitsingen und für Lagerfeuerlieder. Wenn du Anfänger bist und vor allem anschlagen und singen willst, ist high-G dein bester Freund. Bleib einfach dabei.

Low-G (linear): mehr Tonumfang und ein volleres Fundament

Bei low-G bleiben die C-, die E- und die A-Saite exakt gleich. Das Einzige, was sich ändert, ist die 4. Saite. Du tauschst die dünne hohe g-Saite gegen eine dickere Saite, die eine ganze Oktave tiefer gestimmt ist (= derselbe Tonname, nur viel tiefer im Klang).

Jetzt laufen deine vier Saiten in einer ordentlichen Linie von tief nach hoch, genau wie die vier höchsten Saiten einer Gitarre, nur etwas höher gestimmt. Das nennt man lineare Stimmung, weil die Tonhöhe der Reihe nach ansteigt, ganz ohne Sprung.

Was bringt dir das? Ein ganzes Stück zusätzliche Tiefe unter deinem Spiel. Melodien klingen runder, Fingerpicking klingt satter und deine Soli bekommen plötzlich ein volleres, wärmeres Fundament. Der Preis dafür: Ein Teil von diesem typischen Klimpern geht verloren. Es kippt eine Spur mehr Richtung Gitarre.

Meiner Meinung nach zeigt sich der Unterschied so richtig in dem Moment, in dem du anfängst, einzelne Töne zu zupfen. Ich habe eine Ukulele nur fürs Fingerpicking mit low-G bespannt, und sie klingt wie ein völlig anderes Instrument, im allerbesten Sinne.

High-G vs low-G auf einen Blick

High-G (reentrant)Low-G (linear)
Tonhöhe der 4. SaiteHöher als die C-SaiteEine Oktave tiefer
KlangHell, klimpernd, süßVoller, runder, weicher
TonumfangKompaktGrößer (zusätzliche tiefe Töne)
Am besten fürStrumming, MitsingenFingerpicking, Melodien, Soli
Ab Werk drauf?Ja, auf den meisten UkulelenNein, da rüstest du selbst um

Denk dran: Es geht immer nur um die 4. Saite. Die C-, die E- und die A-Saite bleiben, wie sie sind, egal in welches Lager du dich schlägst.

Ändern sich dadurch meine Akkorde?

Gute Frage, und die kurze Antwort lautet nein. Deine Akkordgriffe bleiben in beiden Stimmungen exakt gleich. Ein offenes C ist immer noch ein offenes C.

Derselbe Finger kommt so oder so auf denselben Bund. Low-G legt bei manchen Akkorden einfach einen tieferen Ton nach unten drunter. Du kannst also umsteigen, ohne einen einzigen Griff neu lernen zu müssen. Glaub mir, das ist eine Erleichterung (für mich war es das jedenfalls, als ich davon erfahren habe).

Wer sollte was nehmen?

Wenn du Anfänger bist und hauptsächlich anschlägst und singst, bleib bei dem high-G, mit dem deine Ukulele geliefert wurde. Das ist der traditionelle Klang, und da gibt es nichts zu reparieren.

Wenn du Fingerpicking liebst, Melodien und Soli spielen willst oder dir einfach mehr Tiefe wünschst, probier low-G aus. Wer von der Gitarre kommt, fühlt sich damit meistens sofort zu Hause.

Ehrlich gesagt musst du dich nicht für immer entscheiden. Ich spiele high-G für das alltägliche Strumming und habe eine extra Uke in low-G für ruhige Fingerpicking-Sessions. Ziemlich viele Spieler landen am Ende bei einer von jeder Sorte.

So stellst du auf low-G um

Die gute Nachricht: Das ist billig und einfach. Du brauchst dafür keine neue Ukulele.

Kauf dir eine einzelne low-G-Saite oder gleich einen kompletten low-G-Satz. Aquila und einige andere Marken haben so etwas im Programm, und mehr dazu liest du in meinem Guide zu den besten Ukulele-Saiten. Nimm deine alte 4. Saite ab, zieh die neue low-G an ihrer Stelle auf und stimm sie hoch.

Ein kleiner Hinweis noch. Manche low-G-Saiten sind umsponnen (= mit einer dünnen Metallspirale umwickelt, wie eine Gitarrensaite) und damit eine Spur dicker als die Kerbe, in der sie am Sattel liegen (= die kleine gekerbte Leiste am oberen Ende des Halses). Wenn sich die neue Saite eingeklemmt anfühlt oder nicht sauber sitzt, kann ein Gitarrenbauer diese eine Sattelkerbe in ein paar Minuten ein Haar breiter feilen. Eine leichtere, nicht umsponnene low-G-Saite rutscht dagegen meistens ganz ohne Theater direkt hinein.

So oder so: Stimm danach noch mal frisch nach und gib der Saite einen Tag zum Setzen. Neue Saiten wandern immer ein bisschen, solange sie sich noch dehnen.

Du willst über diese beiden hinaus weiterstöbern? Dann gefällt dir vielleicht mein Guide zu den verschiedenen Ukulele-Stimmungen, oder du fragst dich, mit welcher Stimmung sich Fingerpicking am leichtesten lernen lässt?

Ich hoffe, dieser Guide hat dir geholfen, den Unterschied zwischen low-G und high-G zu verstehen und die richtige Stimmung für dein Spiel zu finden. Üb weiter und hab Spaß dabei! Schreib mir gerne, wenn du mehr Infos zu Ukulele-Stimmungen brauchst. Viel Erfolg und viel Spaß!

Diskutier mit

1 Kommentar
guest

1 Kommentar
Meist bewertet
Neueste Älteste
Dave

Thank you. Thank you. Our small band, The Fossils (yes, we’re old), was asked to do a Luau for a senior lunch at church. Two of the guys already have ukuleles so I bought one, tuned reentrant, and wasn’t sure if I should change it. I play guitar, bass, mandolin, drums, trumpet and harmonica but this is new to me. I will leave the G string as is.

Meine Daten nicht verkaufen