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Low-G- vs. High-G-Ukulelenstimmung: Was ist der Unterschied?

Low-G oder High-G? Hier erfährst du, was sich an deiner Ukulele tatsächlich ändert, wie die beiden Varianten klingen und welche du wählen solltest – egal, ob du den klassischen Jangle liebst oder einen tieferen, volleren Klang bevorzugst.

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„Was ist Low-G-Stimmung?“ „Warum klingt meine Ukulele so blechern?“ „Sollte ich auf Low-G umsteigen?“ Wenn du schon mal nach so etwas gegoogelt hast, bist du nicht allein. Das haben wir alle schon erlebt: Wir starren auf unsere Ukulele und fragen uns, was dieses kleine „g“ eigentlich bedeutet. Die gute Nachricht: Es ist eine kleine Änderung mit großer Wirkung auf deinen Klang, und am Ende dieses Leitfadens wirst du genau wissen, welche Variante zu deiner Spielweise passt.

Das Wichtigste zuerst: Was Standardstimmung eigentlich ist

Deine Ukulele war mit ziemlicher Sicherheit auf die Standardstimmung gCEA gestimmt. Diese vier Buchstaben bezeichnen die leeren Saitentöne, beginnend mit der 4. Saite (die dir am nächsten liegt, wenn du die Ukulele in Spielposition hältst) bis hin zur 1. Saite (die dem Boden am nächsten liegt).

Das ist der Punkt, der die meisten Anfänger überrascht. Bei der Standardstimmung ist das oberste G ein „Reentrant“ (= die Saiten verlaufen nicht einfach von tief nach hoch, sondern eine springt wieder nach oben). Das G auf der 4. Saite ist HÖHER gestimmt als das C auf der 3. Saite. Es liegt tatsächlich in der Nähe deiner E- und A-Saiten, nicht darunter.

Stell dir das wie einen Chor vor, bei dem man eigentlich erwartet, dass die Stimmen von tief nach hoch gehen, aber eine Stimme springt unerwartet in den höheren Bereich. Dieser kleine Sprung ist das Geheimnis hinter dem klassischen Ukulelen-Sound.

Bist du dir nicht sicher, ob deine Ukulele richtig gestimmt ist? Schau doch mal beim Online-Ukulelen-Stimmgerät vorbei und überprüfe es, bevor du weiterliest.

High-G (reentrant): der klassische Ukulelen-Sound

High-G ist der Standard bei den meisten Ukulelen und genau der Klang, den du im Kopf hast, wenn du an eine Ukulele denkst. Hell, spritzig und lieblich.

Kennst du diesen berühmten „My Dog Has Fleas“-Jingle? Spiel einfach die offenen Saiten an, dann hörst du ihn. Der Grund, warum er so klirrend klingt, ist genau dieses wiederkehrende G. Da sich die höchste Note in der Mitte deiner Akkorde versteckt, statt ganz unten, klingen deine Anschläge wie ein heller, funkelnder Cluster statt wie ein ordentlicher Lauf von tief nach hoch.

Es ist perfekt zum Strumming, zum Mitsingen und für Lagerfeuerlieder. Wenn du Anfänger bist und vor allem strummen und singen möchtest, ist High-G genau das Richtige für dich. Bleib dabei.

Low-G (linear): mehr Tonumfang und ein satteres Bassregister

Bei der Low-G-Stimmung bleiben die C-, E- und A-Saiten genau gleich. Das Einzige, was sich ändert, ist die vierte Saite. Du tauschst diese dünne, hochgestimmte G-Saite gegen eine dickere Saite aus, die eine ganze Oktave tiefer gestimmt ist (= derselbe Notenname, nur viel tiefer in der Tonhöhe).

Jetzt verlaufen deine vier Saiten in einer ordentlichen Reihe von tief nach hoch, genau wie die oberen vier Saiten einer Gitarre, nur mit etwas höherer Tonhöhe. Das nennt man lineare Stimmung, weil die Tonhöhe stufenlos ansteigt, ohne Sprünge.

Was bringt dir das? Einen ganzen zusätzlichen Bereich an tiefen Frequenzen im unteren Register. Melodien klingen geschmeidiger, Fingerpicking klangvoller und deine Soli haben plötzlich einen volleren, runderen Klang im unteren Bereich. Der Nachteil ist, dass du etwas von diesem typischen Jangle verlierst. Der Klang tendiert ein bisschen mehr in Richtung Gitarre.

Meiner Meinung nach kommt der Unterschied erst richtig zur Geltung, sobald man anfängt, einzelne Töne zu zupfen. Ich habe eine Ukulele, die extra für das Fingerpicking mit einem tiefen G gestimmt ist, und sie klingt – im besten Sinne – wie ein völlig anderes Instrument.

High-G vs. Low-G auf einen Blick

High-G (wiederverwendbar)Low-G (linear)
Stimmton der 4. SaiteHöher als die C-SaiteEine Oktave tiefer
TonHell, klirrend, süßVoller, runder, geschmeidiger
ReichweiteKompaktBreiter (besonders tiefe Töne)
Am besten geeignet fürGitarrenbegleitung, MitsingenFingerpicking, Melodie, Soli
Wird das standardmäßig mitgeliefert?Ja, bei den meisten UkulelenNein, du wechselst dazu

Denk daran: Es geht immer nur um die vierte Saite. Die C-, E- und A-Saiten bleiben unverändert, egal, für welche Variante du dich entscheidest.

Verändert das meine Akkorde?

Gute Frage, und die kurze Antwort lautet: Nein. Deine Akkordgriffe bleiben in beiden Stimmungen genau gleich. Ein offener C-Akkord ist immer noch ein offener C-Akkord.

Der gleiche Finger landet so oder so auf dem gleichen Bund. Das tiefe G fügt einigen Akkorden einfach einen tieferen Ton am unteren Ende hinzu. Du kannst also umstellen, ohne auch nur eine einzige Griffweise neu lernen zu müssen. Glaub mir, das ist eine Erleichterung (für mich war es das jedenfalls, als ich das gelernt habe).

Wer soll sich entscheiden?

Wenn du Anfänger bist und hauptsächlich akkordisch spielst und singst, bleib einfach bei der High-G-Stimmung, mit der deine Ukulele geliefert wurde. Das ist der traditionelle Klang, und du musst nichts daran ändern.

Wenn du Fingerpicking liebst, Melodien und Soli spielen möchtest oder dir einfach mehr Bassklang wünschst, probier doch mal Low-G aus. Auch Gitarristen, die von der Gitarre umgestiegen sind, fühlen sich damit oft sofort wohl.

Ehrlich gesagt musst du dich nicht für immer entscheiden. Ich spiele High-G für das tägliche Strumming und habe eine separate Low-G-Uke für ruhigere Fingerpicking-Sessions. Viele Spieler entscheiden sich letztendlich für je eine von beiden.

So wechselst du in den Low-G-Modus

Das Gute daran ist, dass es günstig und einfach ist. Du brauchst keine neue Ukulele.

Kauf dir eine einzelne Low-G-Saite oder einen kompletten Low-G-Saitensatz. Aquila und einige andere Marken bieten diese an; mehr dazu findest du in meinem Leitfaden zu den besten Ukulelensaiten. Zieh deine alte vierte Saite ab, setz die neue Low-G-Saite ein und stimm sie.

Nur eine kleine Vorwarnung: Manche Low-G-Saiten sind umwickelt (= mit einer dünnen Metallspule umwickelt, wie eine Gitarrensaite) und ein bisschen dicker als die Kerbe, in der sie am Sattel sitzen (= der kleine gerillte Streifen oben am Hals). Wenn sich deine neue Saite eingeklemmt anfühlt oder nicht richtig sitzt, kann ein Gitarrenbauer diese eine Kerbe in ein paar Minuten ein kleines bisschen breiter feilen. Eine leichtere, unumwickelte tiefe G-Saite lässt sich normalerweise ganz problemlos einlegen.

So oder so, stimm das Instrument danach noch einmal neu und lass die Saiten einen Tag lang einspielen. Neue Saiten verstimmen sich immer ein wenig, während sie sich dehnen.

Möchtest du noch mehr entdecken? Vielleicht gefällt dir meine Übersicht über verschiedene Ukulelenstimmungen oder du fragst dich, welche davon das Fingerpicking am einfachsten macht?

Ich hoffe, dieser Leitfaden hat dir geholfen, den Unterschied zwischen Low-G- und High-G-Stimmung zu verstehen und die richtige für deinen Spielstil zu finden. Übe weiter und hab Spaß dabei! Du kannst dich jederzeit gerne bei mir melden, wenn du weitere Informationen zu Ukulelenstimmungen brauchst. Viel Erfolg und viel Spaß!

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