Ukulele-Kapodaster: was er macht und wie du ihn nutzt
Ein Ukulele-Kapodaster ist eine kleine Klemme, die alle Saiten in einem Bund herunterdrückt. Die Tonhöhe steigt, und du spielst mit denselben Griffen in einer höheren Tonart. Praktisch, um einen Song an deine Stimme anzupassen oder mit anderen zusammen zu spielen. Ein Gitarren-Kapodaster funktioniert auch auf einer Ukulele, ein eigener Uke-Kapodaster sitzt aber besser.
- Was ein Kapodaster wirklich macht
- Die Kapodaster-Tabelle
- So benutzt du ihn und welchen Typ du kaufst
Mit einem Kapodaster hebst du die Tonhöhe deiner Ukulele, ohne einen einzigen neuen Akkord zu lernen. Klemm ihn quer über einen Bund und jede Saite klingt höher, dadurch spielen die einfachen Griffe, die du schon kannst, plötzlich in einer neuen Tonart. Hier unten steht, was ein Kapodaster macht, wann du danach greifst, wie du ihn benutzt und wie du den richtigen Typ aussuchst.
Was ist ein Kapodaster?
Capo ist die Kurzform von capotasto, italienisch für „Kopf des Griffbretts“. Es ist ein kleines Werkzeug, das du um den Hals deiner Ukulele spannst, damit alle Saiten im selben Bund heruntergedrückt bleiben. Im Grunde legst du damit ein Barré über genau diesen Bund, nur eben mit dem Kapodaster statt mit dem Finger.
Historische Randnotiz: Giovanni Battista Doni hat den Begriff 1640 in seinen Annotazioni zum ersten Mal benutzt, auch wenn Kapodaster wahrscheinlich schon früher im 17. Jahrhundert im Einsatz waren. Der erste patentierte Kapodaster stammt von James Ashborn aus Walcottville, Connecticut, USA.

Was kannst du mit einem Ukulele-Kapodaster machen?
Jetzt weißt du, was das Ding ist, und willst wahrscheinlich wissen, wofür man es benutzt. Ein Kapodaster hebt die Tonhöhe des Instruments und lässt dich damit in anderen Tonarten spielen, ohne dass du mit den Stimmwirbeln deine Ukulele höher stimmen oder die Akkorde transponieren musst.
Beispiel: Die Standardstimmung der Ukulele (GCEA) heißt auch „C“-Stimmung. Denk daran, dass die Töne in der Reihenfolge A A# B C C# D D# E F F# G G# laufen. Ein Kapodaster im zweiten Bund verwandelt die Stimmung deiner Ukulele also in eine „D“-Stimmung, zwei Halbtöne höher.
Zur Veranschaulichung schauen wir uns zwei einfache Ukulele-Akkorde an: C und G. Zwei sehr vertraute Akkordgriffe, nämlich 0003 und 0232. Typisch für Songs in C-Dur.


Wenn du einen Kapodaster in den zweiten Bund setzt (Capo 2 oder Capo II), wird die Stimmung beziehungsweise die Tonhöhe der ganzen Ukulele um zwei Halbtöne nach oben transponiert. Spiel dieselben Akkordgriffe wie oben und die Akkorde, die tatsächlich erklingen, sind jetzt D und A.


Ein Kapodaster hilft dir auch, wenn du den Stimmumfang einer Sängerin oder eines Sängers besser treffen willst. Oft reicht es schon, deine Uke ein oder zwei Halbtöne höherzulegen, damit das Singen bequemer wird.
Kapodaster-Tabelle für die Ukulele
Jeder Bund hebt die Tonhöhe um einen Halbton. Klemm den Kapodaster direkt hinter den Bund, spiel dann deine gewohnten Akkordgriffe und sie klingen um den angegebenen Wert höher. Ein Kapodaster im 2. Bund macht aus deinem C-Griff also ein D.
| Kapodaster-Position | Tonhöhe steigt um | C-Griff klingt als | G-Griff klingt als |
|---|---|---|---|
| 1. Bund | 1 Halbton | C♯ | G♯ |
| 2. Bund | 2 Halbtöne (1 Ganzton) | D | A |
| 3. Bund | 3 Halbtöne | D♯ | A♯ |
| 4. Bund | 4 Halbtöne | E | B |
| 5. Bund | 5 Halbtöne | F | C |
| 6. Bund | 6 Halbtöne | F♯ | C♯ |
| 7. Bund | 7 Halbtöne | G | D |
Ab dem 7. Bund werden die Bünde sehr eng und die Uke fängt an, dünn zu klingen, deshalb bleiben die meisten Spieler im Bereich 1 bis 5. Sobald du weißt, in welcher Tonart du gelandet bist, listet dir das kostenlose Tonarten-Tool jeden Akkord auf, der dort hineingehört. Capo 2 mit C-Griffen bringt dich zum Beispiel nach D-Dur. Mein Guide zu den Tonarten erklärt die Theorie dahinter.
Wann benutzt man einen Ukulele-Kapodaster?
Es gibt zwei Hauptgründe, aus denen du zum Kapodaster greifst. Der erste: Du hebst einen Song in eine andere Tonart, damit er zu deinem Stimmumfang passt.
Der zweite geht so. Auf UkuTabs siehst du bei manchen Songs ganz oben den Hinweis „alternative version“. Das heißt, du kannst versuchen, den Song nach unten zu transponieren, damit er leichter zu spielen ist.
Ein Beispiel: Transponierst du einen Schritt nach unten, wird aus A#m ein Am, und der ist deutlich leichter zu greifen. Wenn du allerdings zur Originalaufnahme mitspielst, klingt das nicht richtig. Um wieder in dieselbe Tonart zu kommen, setzt du einen Kapodaster in den ersten Bund und spielst trotzdem den Am. Jetzt bist du in derselben Tonart wie die Aufnahme, aber die Akkorde sind viel einfacher. Nicht alle Akkorde, die auf UkuTabs zu den Songs stehen, brauchen einen Kapodaster. Du entscheidest selbst, ob du die Tonart transponierst und einen Kapodaster nimmst oder nicht.
Brauche ich einen Ukulele-Kapodaster?
Das ist Geschmackssache. Ich habe den Kapodaster selbst ziemlich viel benutzt, als ich mit der Ukulele angefangen habe, heute nehme ich ihn gar nicht mehr. Wenn du besser wirst, lernst du diesen A#m eben doch zu greifen. Außerdem finde ich es leichter, mich beim Songspielen nicht auf einen Kapodaster zu verlassen. Trotzdem ist er ein fantastisches Werkzeug für Ukulele-Anfänger, weil du mit der Kombination aus Transponieren und Kapodaster eine viel größere Auswahl an Songs spielen kannst.
Welche Arten von Kapodaster gibt es?
Der Federkapodaster

Das ist mit Abstand mein Lieblingstyp. Der Griff wird von einer Feder gesteuert und damit verschiebst du den Kapodaster blitzschnell mit einer Hand auf dem Griffbrett. Dafür lässt sich der Druck auf die Saiten nicht einstellen und die Dinger werden gern ziemlich klobig. Ich würde mir die verschiedenen Marken anschauen, die diesen Typ anbieten. Kyser ist eine bekannte Marke mit einem richtig ordentlichen Ukulele/Banjo-Kapodaster und liegt bei etwa 25 bis 30 Dollar. Es gibt aber auch günstigere Alternativen, zum Beispiel diesen hier unter 10 Dollar, der auf Amazon 5 Sterne bekommt.
Der Schraubkapodaster (C-Klemme)

Auf dem Markt der Klemm-Kapodaster für die Ukulele gibt es einen ganz großen Player, nämlich den Ukulele Capo von Shubb, den es in verschiedenen Farben gibt. Bei einem Schraubkapodaster stellst du den Druck auf die Saiten über die kleine Schraube ein. Zum Aufsetzen benutzt du den Hebel. Diese Kapodaster sind sehr robust, zuverlässig und kompakt. Sie sind allerdings auch die teuersten.
Der Gummizug- oder Toggle-Kapodaster

Das waren früher die billigsten Kapodaster überhaupt, sind zuletzt aber im Preis gestiegen. Du kaufst so einen heute für dasselbe Geld wie einen Feder- oder Schraubkapodaster. Sie sind sehr leicht und werden über ein Kerbensystem oder Gummis an der Ukulele befestigt, das drückt die Saiten herunter. Der niedrige Preis und die kleine Bauform sind zwar Vorteile, die meisten sind aber von sehr schlechter Qualität, ziehen die Saiten gern aus der Stimmung und gehen schnell kaputt. Jim Dunlop hat einen ordentlichen Gummizug-Kapodaster für die Ukulele im Programm.
NS Ukulele Capo Pro

Das ist einer der neueren Kapodaster: ein spezieller Ukulele-Kapodaster von D’Addario (auch bekannt als Planet Waves). Er ist sehr leicht, besteht aus Aluminium und braucht am Ukulelenhals viel weniger Platz als die anderen (bis auf den Gummizug-Kapodaster). Ihn auf dem Griffbrett zu verschieben, ist nicht ganz so einfach, sobald er einmal sitzt, aber das ist so ziemlich der einzige Nachteil. Der PW-CP-12 NS ist das aktuellste Modell.
Ich habe einen Gitarren-Kapodaster. Kann ich den auch nehmen?
Klar kannst du das, niemand hält dich davon ab, den Kapodaster deiner Gitarre zu benutzen. Ich habe einen schwarzen Jim Dunlop 88B für die Gitarre. Der funktioniert einwandfrei, aber ich muss zugeben, dass ich ihn kaum noch anfasse. Wenn du vorhast, auf der Ukulele regelmäßig mit Kapodaster zu spielen, würde ich zu einem Kapodaster greifen, der speziell für die Ukulele gemacht ist.
Mein Rat: nimm ihn für deine Stimme, nicht um Akkorden auszuweichen
Ein Kapodaster kann richtig praktisch sein, ich würde ihn aber nur dafür benutzen, die Tonart deiner Ukulele an deine Stimme anzupassen. Spiel die Originalakkorde wirklich. Versuch, dich beim Lernen von Songs nicht auf deinen Kapodaster zu stützen. Wenn dir in einem Song ein unbekannter Akkord begegnet, findest du das Akkorddiagramm immer ganz oben bei jedem Song, oder du klickst hier auf UkuTabs einfach den Akkord an. Ist es kein Song auf UkuTabs, findest du in der UkuTabs Akkordbibliothek heraus, wie du diesen Akkord greifst, oder du liest bei den Akkordgriffen nach, die jeder Spieler kennen sollte.
FAQ zum Ukulele-Kapodaster
Kann man einen Gitarren-Kapodaster auf der Ukulele benutzen?
Ja. Ein Gitarren-Kapodaster klemmt problemlos auf einer Ukulele, viele Modelle für die Gitarre sind allerdings breiter und drücken stärker, als ein schmaler Ukulelenhals das braucht, und das kann die Saiten leicht zu hoch ziehen. Ein spezieller Ukulele-Kapodaster oder ein kurzer Federkapodaster sitzt besser, für den Anfang ist ein Gitarren-Kapodaster aber völlig in Ordnung.
Was macht ein Kapodaster auf der Ukulele?
Er klemmt quer über einen Bund und verkürzt alle Saiten gleichzeitig, dadurch klingt die ganze Ukulele höher. Du spielst weiter dieselben Akkordgriffe, sie erklingen aber in einer höheren Tonart.
Braucht man für die Ukulele einen Kapodaster?
Nein, ein Kapodaster ist optional. Du kannst die Tonart immer auch wechseln, indem du neue Akkordgriffe lernst. Ein Kapodaster hebt sie eben sofort an, und zwar mit Griffen, die du längst kannst. Praktisch, wenn du einen Song an deine Stimme anpassen oder mit einer Gitarre zusammen spielen willst.
Wie benutzt man einen Kapodaster auf der Ukulele?
Öffne den Kapodaster, setz ihn direkt hinter den Bund, den du haben willst (nicht oben auf den Bunddraht), und klemm ihn so fest, dass er alle vier Saiten gleichmäßig herunterdrückt. Schlag einmal an und prüfe, ob jede Saite sauber klingt, dann spielst du deine gewohnten Akkordgriffe.
Wohin setzt man den Kapodaster für eine bestimmte Tonart?
Jeder Bund hebt die Tonhöhe um einen Halbton, also wandert die Tonart mit nach oben. Für einen ganzen Ton nach oben, zum Beispiel von C nach D, klemmst du ihn in den 2. Bund und spielst deine C-Griffe. In der Kapodaster-Tabelle hier oben stehen die gängigen Positionen.
Bringt ein Kapodaster die Ukulele aus der Stimmung?
Kann passieren. Zu fest angeklemmt oder oben auf dem Bund statt knapp dahinter zieht er die Saiten nach oben. Setz ihn lieber satt als bretthart an und prüfe danach mit dem kostenlosen Stimmgerät deine Stimmung. Billige Gummizug-Kapodaster sind hier die schlimmsten Kandidaten.
Probier deinen Kapodaster an einem Song aus
Setz einen Kapodaster in den 2. Bund, spiel einen Song, den du schon kannst, mit deinen gewohnten Griffen und hör, wie er sich in eine hellere Tonart hebt. Somewhere Over The Rainbow eignet sich gut zum Testen. In der Liste der leichten Ukulele-Songs warten tausende weitere. Nimm die Akkordbibliothek, um Griffe nachzuschlagen, das Tonarten-Tool, um zu sehen, was in deine neue Tonart passt, und das Ukulele-Stimmgerät, damit du vorher sauber gestimmt bist. Du kannst mich jederzeit kontaktieren, wenn du noch mehr über den Umgang mit dem Kapodaster wissen willst.
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