Theorie 11 Minuten Lesezeit

So transponiert man Ukulelen-Akkorde in jede beliebige Tonart

Brauchst du ein Lied in einer anderen Tonart? Hier erfährst du, wie du Ukulelen-Akkorde in jede beliebige Tonart transponieren kannst, damit du in deinem Stimmumfang singen oder schwierige Akkorde gegen einfachere austauschen kannst.

remove these ads

„Transponieren“ ist eines dieser Wörter, die klingen, als gehörten sie in eine Musiktheorieprüfung. Das tun sie aber nicht. Wenn man den ausgefallenen Namen weglässt, geht es einfach nur darum, Schritte zu zählen – genauso, wie man Felder bei einem Brettspiel zählt. Man verschiebt jeden Akkord in einem Lied um denselben Betrag nach oben oder unten, und das Lied wechselt in eine neue Tonart (= einen neuen Grundton), die besser zu dir passt.

Als ich angefangen habe, habe ich mich bei fast allem auf einen Kapodaster verlassen, weil es mir einfacher vorkam, ihn anzuklemmen, als über Tonarten nachzudenken. Sobald ich den Dreh beim Transponieren raus hatte, konnte ich jeden Song in meinem Kopf in eine angenehmere Tonart versetzen. Das ist die kleine Freiheit, die ich dir hier mitgeben möchte.

Warum überhaupt transponieren?

Warum solltest du dir die Mühe machen? Es gibt drei ganz alltägliche Gründe, warum du zu diesem Produkt greifen wirst.

1. Wenn du dich bei den hohen Tönen anstrengst oder die tiefen nur vor dich hin murmelst, kannst du die Tonart so lange anpassen, bis der Song in deiner angenehmen Mittellage liegt. Dann musst du dich im Refrain nicht mehr abmühen.

2. Dann sind da noch die Akkorde selbst. Manche Tonarten sind für Ukulele-Spieler einfach super, andere dagegen überhaupt nicht. Wenn man die Tonart wechselt, kann sich aus einer fingerverrenkenden Akkordtabelle eine Handvoll einfacher offener Akkordformen ergeben.

3. Und schließlich gibt’s noch das Zusammenspiel mit anderen. Jammst du mit einem Gitarristen, einem Sänger oder einer Begleitmusik? Transponiere die Tonart, damit alle in derselben Tonart spielen und niemand zusammenzuckt.

Die Zwölftonleiter, die du brauchst

Jede Transposition basiert auf einer einfachen Idee. In der Musik gibt es zwölf Töne, und sie wiederholen sich – so wie beim Hinaufsteigen einer Treppe, die wieder zum Anfang zurückführt, sobald man oben angekommen ist. Hier sind sie der Reihe nach, wobei jeder Schritt nach oben einen Halbton entspricht (= der kleinste Abstand zwischen zwei Tönen):

C – C# – D – D# – E – F – F# – G – G# – A – A# – B und dann wieder zurück zu C.

Manche Noten haben zwei Bezeichnungen. C# entspricht der Tonhöhe von Db, D# entspricht der von Eb und so weiter. Gleiche Note, zwei Schreibweisen. Lass dich davon nicht verwirren – das bringt viele Anfänger aus dem Konzept, ist aber gar nicht so schlimm.

Um eine Transposition vorzunehmen, legst du fest, um wie viele Schritte du verschieben möchtest, und verschiebst dann jeden Akkord im Song um genau diese Anzahl an Schritten. Die Akkordart bleibt dabei unverändert. Ein Moll-Akkord bleibt ein Moll-Akkord, ein Septakkord bleibt ein Septakkord. Nur der Buchstabe ändert sich.

Methode 1: Verschiebe jeden Akkord um die gleiche Anzahl von Halbtönen

Ich zeig’s dir mal anhand einer echten Tonfolge. Hier ist eine typische in der Tonart C:

Wechsel von C nach A (3 Halbtöne tiefer). Zähle von jedem Akkord aus drei Stufen die Tonleiter hinunter:

  • C fällt um 3 Plätze zurück und landet auf A
  • F fällt um 3 und landet auf D
  • G fällt um 3 und landet auf E
  • Bin 3 Tonstufen tiefer auf F#m (das „m“ kommt einfach mit)

Das gleiche Lied in A sieht also so aus:

Wechsel von C nach D (um 2 Halbtöne höher). Wieder dasselbe Lied, diesmal um zwei Stufen nach oben verschoben:

  • C nach oben 2 landet auf D
  • F up 2 landet auf G
  • G geht 2 Felder vor und landet auf A
  • Ich bin 2 Ländereien auf Bm vorgerückt

Das ergibt dann:

Achte darauf, dass das Muster jedes Mal genau gleich ist. Zähle die Takte einmal und wende dann dieselbe Zählweise auf alle Akkorde an. Das ist ehrlich gesagt schon der ganze Trick.

Die kurze Checkliste

  1. 1. Schreib die Akkorde des Songs auf.
  2. 2. Leg deine neue Tonart fest und zähle dann auf der Tonleiter die Halbtöne von der alten zur neuen Tonart.
  3. 3. Verschiebe jeden Akkord um dieselbe Anzahl von Halbtönen nach oben oder unten.
  4. 4. Behalte die Tonart jedes Akkords (Moll, Septakkord, Sus-Akkord usw.) genau so bei, wie sie war.
  5. 5. Spiel es mal durch und schau, ob es gut zu deiner Stimme passt.

Wenn ein Akkord auf einer Note mit zwei Bezeichnungen liegt, wähl einfach die Schreibweise, die dir leichter zu lesen ist. Bist du dir nicht sicher, was dabei herausgekommen ist? Das Tool zur Akkordbenennung verrät dir den Namen jeder Form, die du gerade greifst.

Methode 2: Der schnelle Weg mit dem Kapodaster

Du hast überhaupt keine Lust auf Mathe? Ein Kapodaster transponiert für dich – und genau so habe ich angefangen. Befestige ihn am ersten Bund, und jeder Akkord, den du spielst, klingt einen Halbton höher, am zweiten Bund zwei Halbtöne höher und so weiter. Du spielst einfach weiter die einfachen offenen Griffe, die du schon kennst, während sich das Lied ganz unauffällig in eine neue Tonart verschiebt.

Das ist die „faule Genie“-Methode, um einen Song an deine Stimme anzupassen. Der Haken dabei ist, dass ein Kapodaster nur nach oben, niemals nach unten geht und dir ein Stück vom Griffbrett wegnimmt. Es ist nichts Falsches daran, sich darauf zu verlassen, während du dich erst mal einarbeitest, aber ich würde dir raten, auch Methode 1 zu lernen, damit du nicht in der Klemme steckst, wenn gerade kein Kapodaster in deinem Koffer ist.

Methode 3: Ändere die Tastenbelegung, um einfachere Formen zu erhalten

Manchmal geht es beim Transponieren gar nicht um deine Stimme. Sondern um deine Finger. Wenn ein Song voller Barré-Akkorde oder unangenehmer Griffstrecken ist, versuch doch mal, ihn in eine angenehmere Tonart zu transponieren, anstatt gegen die Noten anzukämpfen.

Ukulelenfreundliche Tonarten wie C, G, F und A bieten dir in der Regel viele offene Greifformen, zum Beispiel:

Vergleich das mal mit einer Tonart voller b-Vorzeichen, die dich überall auf dem Griffbrett in Barré-Akkorde zwingt. Dasselbe Lied, aber ein riesiger Unterschied im Schwierigkeitsgrad. Bevor du also ein Stück aufgibst, frag dich doch mal, ob dir eine andere Tonart vielleicht schönere Akkorde bieten würde.

Wenn du lieber die ursprüngliche Tonart beibehalten, aber ein oder zwei knifflige Akkorde etwas vereinfachen möchtest, habe ich dafür eine eigene Anleitung: 5 schnelle Tipps, um schwierige Ukulelen-Akkorde zu vereinfachen.

Ein paar Worte zu den Tasten und wie sie zusammenpassen

Das Transponieren geht noch schneller, sobald du verstehst, warum bestimmte Akkorde überhaupt zusammenpassen. Stell dir eine Tonart wie eine Familie am Esstisch vor. Die Akkorde in einem Lied sind keine zufälligen Gäste, sie gehören zu dieser Familie. Wenn du die Tonart verlegst, steht die ganze Familie auf und setzt sich gemeinsam an einen neuen Tisch.

Wenn du genauer wissen möchtest, welche Akkorde zu welcher Tonart gehören und wie dir das beim Songwriting und bei der Wahl einer guten Ausgangstonart hilft, schau dir doch mal meinen Leitfaden zu Ukulelen-Tonarten und Songwriting an.

Der einfachste Weg: direkt auf der Notenseite transponieren

Wenn du UkuTabs zum Spielen von Songs nutzt, musst du überhaupt nichts zählen, denn jedes einzelne Stück verfügt über einen integrierten Transponierer. Such den Transponier-Regler neben dem Akkordblatt und wähle eine Zahl zwischen +6 und -6. Wählst du +2, wird das gesamte Lied um zwei Halbtöne nach oben verschoben – Akkorde und alles. Wählst du -3, wird es um drei Halbtöne nach unten verschoben. Mit Null kehrst du immer zur ursprünglichen Tonart zurück.

Es erledigt alles aus Methode 1 für dich mit einem Klick und merkt sich deine Auswahl (wenn du eingeloggt bist), sodass der Song beim nächsten Besuch in deiner Tonart geöffnet wird. Wenn du hauptsächlich von den UkuTabs-Songseiten spielst, ist das wirklich alles, was du brauchst. Die Methode „von Hand“ zu lernen, zahlt sich aber immer noch aus, wenn du mal nicht auf der Seite bist, ein Akkordblatt auf Papier liest oder einen Song nach Gehör herausarbeitest.

Praktische Hilfsmittel zum Transponieren

Ein paar weitere UkuTabs-Tools machen das Ganze noch reibungsloser:

  • Das Akkorddiagramm-Tool, mit dem du jede neue Form sehen kannst, auf die du stößt.
  • Der Akkord-Namensgeber, mit dem du eine Form benennen kannst, wenn du dir nicht sicher bist, was sie ist.
  • Mit dem Stimmgerät transponierst du immer von richtig gestimmten Saiten aus.

Zum Abschluss

Transponieren sieht von außen wie Zauberei aus, aber eigentlich geht es nur darum, die Stufen einer Zwölf-Ton-Leiter zu zählen und jeden Akkord um denselben Abstand zu verschieben. Sobald du den Dreh raus hast, wirst du ständig darauf zurückgreifen – egal, ob du deine Stimme schonen willst, einem fiesen Barré-Akkord ausweichen musst oder einfach nur mit einem Freund jammst.

Möchtest du auch wissen, welche Akkorde von Natur aus gut zusammenpassen, damit du von Anfang an die perfekte Tonart wählen kannst? Dann schau dir doch mal meinen Leitfaden zu Ukulelen-Tonarten und Songwriting an.

Ich hoffe, dieser Leitfaden hat dir geholfen, dich sicher dabei zu fühlen, die Tonart eines beliebigen Songs zu ändern. Probier es mal mit einem Lied aus, das du schon kennst: Versetze es zwei Tonstufen nach oben und drei nach unten und hör dir an, wie es in der neuen Tonart immer noch dasselbe Lied bleibt. Du kannst dich jederzeit gerne bei mir melden, wenn du weitere Informationen zum Transponieren deiner Akkorde brauchst. Viel Spaß dabei!

Mach mit bei der Diskussion

Sei der Erste, der einen Kommentar hinterlässt
guest

0 Comments
Most Voted
Newest Oldest
Verkauft meine Daten nicht