Ukulele-Akkorde in jede Tonart transponieren
Du brauchst einen Song in einer anderen Tonart? Hier steht, wie du Ukulele-Akkorde in jede Tonart transponierst, damit du in deiner Stimmlage singst oder schwierige Akkorde gegen leichte tauschst.
- Warum überhaupt transponieren
- Akkorde von Hand verschieben
- Die schnelle Abkürzung mit dem Kapodaster
- Der Transposer mit einem Klick
„Transponieren“ ist eins von diesen Wörtern, die klingen, als gehörten sie in eine Musiktheorie-Prüfung. Tun sie nicht. Nimm den vornehmen Namen weg und übrig bleibt schlichtes Schritte zählen, genauso wie du bei einem Brettspiel Felder abzählst. Du verschiebst jeden Akkord eines Songs um dieselbe Anzahl nach oben oder unten und der Song landet in einer neuen Tonart (= einer neuen Grundtonhöhe), die besser zu dir passt.
Als ich angefangen habe, habe ich für fast alles einen Kapodaster benutzt, weil Anklemmen einfacher war als über Tonarten nachzudenken. Als das Transponieren dann Klick gemacht hat, konnte ich jeden Song im Kopf in eine freundlichere Tonart schieben. Genau diese kleine Freiheit möchte ich dir hier mitgeben.
Warum überhaupt transponieren?
Warum solltest du dir die Mühe machen? Es gibt drei ganz alltägliche Gründe, aus denen du danach greifst.
1. Wenn du dich an den hohen Tönen abmühst oder die tiefen nur noch nuschelst, kannst du die Tonart so lange verschieben, bis der Song in deiner bequemen Mittellage sitzt. Kein Krächzen mehr im Refrain.
2. Dann sind da die Akkorde selbst. Manche Tonarten sind nett zu Ukulele-Spielern und manche wirklich nicht. Ein Tonartwechsel kann aus einem fingerbrecherischen Akkordblatt eine Handvoll freundlicher offener Griffe machen.
3. Und schließlich das Spielen mit anderen. Du jammst mit einem Gitarristen, einer Sängerin oder einem Backing Track? Transponiere, damit alle in derselben Tonart landen und niemand das Gesicht verzieht.
Die Leiter aus zwölf Tönen, die du brauchst
Jede Transponierung baut auf einer einzigen simplen Idee auf. Es gibt zwölf Töne in der Musik und die wiederholen sich, wie eine Treppe, die wieder unten anfängt, sobald du oben angekommen bist. Hier sind sie der Reihe nach, jeder Schritt nach oben ist ein Halbton (= der kleinste Abstand zwischen zwei Tönen):
C – C# – D – D# – E – F – F# – G – G# – A – A# – B und dann wieder zurück zu C.
Ein paar Töne tragen zwei Namen. C# ist dieselbe Tonhöhe wie Db, D# ist dasselbe wie Eb und so weiter. Gleicher Ton, zwei Schreibweisen. Lass dich davon nicht aus der Ruhe bringen, das verwirrt jede Menge Anfänger und bedeutet überhaupt nichts Schlimmes.
Zum Transponieren legst du fest, um wie viele Schritte du verschieben willst, und bewegst dann jeden Akkord im Song um genau dieselbe Anzahl Schritte. Die Akkordart bleibt, wie sie ist. Ein Moll bleibt Moll, ein 7er bleibt ein 7er. Nur der Buchstabe ändert sich.
Methode 1: Verschiebe jeden Akkord um dieselbe Anzahl Halbtöne
Ich zeige es dir an einem echten Beispiel. Hier ist eine sehr gängige Akkordfolge in C-Dur:
Von C nach A (3 Halbtöne runter). Zähl von jedem Akkord aus drei Schritte auf der Leiter nach unten:
- C drei Schritte runter landet auf A
- F drei Schritte runter landet auf D
- G drei Schritte runter landet auf E
- Am drei Schritte runter landet auf F#m (das „m“ kommt einfach mit)
Derselbe Song sieht in A also so aus:
Von C nach D (2 Halbtöne rauf). Wieder derselbe Song, diesmal zwei Schritte nach oben verschoben:
- C zwei Schritte rauf landet auf D
- F zwei Schritte rauf landet auf G
- G zwei Schritte rauf landet auf A
- Am zwei Schritte rauf landet auf Bm
Und damit bekommst du:
Dir fällt sicher auf, dass das Muster jedes einzelne Mal identisch ist. Zähl die Schritte einmal und wende dann dieselbe Zahl auf alle Akkorde an. Das ist ehrlich gesagt der ganze Trick.
Die kurze Checkliste
- 1. Schreib die Akkorde des Songs auf.
- 2. Entscheide dich für deine neue Tonart und zähl dann auf der Leiter die Halbtöne von der alten zur neuen Tonart.
- 3. Verschiebe jeden Akkord um genau diese Anzahl Halbtöne nach oben oder unten.
- 4. Behalte die Art jedes Akkords (Moll, 7, sus und so weiter) exakt so bei, wie sie war.
- 5. Spiel das Ganze einmal durch und prüfe, ob es für deine Stimme gut sitzt.
Wenn ein Akkord auf einem Ton mit zwei Namen landet, nimm einfach die Schreibweise, die du leichter lesen kannst. Du bist dir nicht sicher, was da rausgekommen ist? Der Chord Namer sagt dir den Namen von jedem Griff, den du gerade greifst.
Methode 2: Die schnelle Abkürzung mit dem Kapodaster
Überhaupt keine Lust auf Rechnerei? Ein Kapodaster transponiert für dich und genau so habe ich selbst angefangen. Klemm ihn in den ersten Bund und jeder Akkord, den du spielst, klingt einen Halbton höher, im zweiten Bund zwei Halbtöne höher und so weiter. Du spielst weiter die einfachen offenen Griffe, die du schon kannst, während der Song ganz nebenbei in eine neue Tonart wandert.
Um einen Song für deine Stimme höherzulegen, ist das die faul-geniale Lösung. Der Haken: Ein Kapodaster geht nur nach oben, nie nach unten, und er frisst ein Stück von deinem Griffbrett. Es ist völlig in Ordnung, dich am Anfang darauf zu stützen, aber ich würde dir trotzdem ans Herz legen, auch Methode 1 zu lernen, damit du nicht aufgeschmissen bist, wenn gerade kein Kapodaster im Koffer liegt.
Methode 3: Tonart wechseln für einfachere Griffe
Manchmal geht es beim Transponieren gar nicht um deine Stimme, sondern um deine Finger. Wenn ein Song voller Barré-Akkorde oder unbequemer Spreizungen steckt, transponier ihn lieber in eine freundlichere Tonart, statt dich mit dem Akkordblatt zu prügeln.
Ukulele-freundliche Tonarten wie C-Dur, G-Dur, F-Dur und A-Dur schenken dir meistens jede Menge offene Griffe, zum Beispiel:
Vergleich das mit einer Tonart voller b-Vorzeichen, die dich überall auf dem Hals in Barrés zwingt. Derselbe Song, komplett anderer Schwierigkeitsgrad. Bevor du also einen Song aufgibst, frag dich, ob dir eine andere Tonart nicht nettere Akkorde in die Hand gibt.
Wenn du lieber in der Originaltonart bleiben und nur ein oder zwei sture Akkorde zähmen willst, habe ich dafür einen eigenen Guide: 5 schnelle Tipps, um schwierige Ukulele-Akkorde zu vereinfachen.
Ein Wort zu Tonarten und wie sie zusammenpassen
Transponieren macht noch schneller Klick, wenn du verstehst, warum bestimmte Akkorde überhaupt zusammen wohnen. Stell dir eine Tonart wie eine Familie am Esstisch vor. Die Akkorde in einem Song sind keine zufälligen Gäste, sie gehören zu dieser Familie. Wenn du die Tonart wechselst, steht die ganze Familie auf und setzt sich gemeinsam an einen neuen Tisch.
Wenn du tiefer einsteigen willst, welche Akkorde zu welcher Tonart gehören und wie dir das beim Songwriting und bei der Wahl einer guten Starttonart hilft, dann lies dir meinen Guide zu den Ukulele-Tonarten und Songwriting durch.
Der einfachste Weg: direkt auf der Songseite transponieren
Wenn du mit UkuTabs Songs spielst, musst du überhaupt nichts zählen, denn jeder einzelne Song hat einen Transposer direkt eingebaut. Halt neben dem Akkordblatt nach dem Transponier-Auswahlfeld Ausschau und wähl eine Zahl, irgendwo zwischen +6 und -6. Wähl +2 und der ganze Song springt zwei Halbtöne nach oben, samt Akkorden. Wähl -3 und er fällt drei Schritte. Null bringt dich immer zurück in die Originaltonart.
Er erledigt alles aus Methode 1 mit einem Klick für dich und merkt sich deine Wahl (wenn du eingeloggt bist), sodass der Song bei deinem nächsten Besuch gleich in deiner Tonart aufgeht. Wenn du hauptsächlich von UkuTabs-Songseiten spielst, brauchst du wirklich nichts anderes. Die Methode von Hand zu lernen zahlt sich trotzdem aus, nämlich in den Momenten, in denen du nicht auf der Seite bist, ein Akkordblatt auf Papier liest oder dir einen Song nach Gehör erarbeitest.
Praktische Tools zum Transponieren
Ein paar andere UkuTabs-Tools machen dir das Ganze noch leichter:
- Die Akkorddiagramme, um jeden neuen Griff anzuschauen, auf dem du landest.
- Der Chord Namer, um einen Griff zu benennen, wenn du nicht weißt, was er ist.
- Das Stimmgerät, damit du immer von sauber gestimmten Saiten aus transponierst.
Zum Schluss
Von außen sieht Transponieren nach Zauberei aus, in Wahrheit zählst du nur Schritte auf einer Leiter aus zwölf Tönen und verschiebst jeden Akkord um dieselbe Distanz. Sobald es Klick macht, wirst du ständig darauf zurückgreifen, egal ob du deine Stimme schonst, einem fiesen Barré-Akkord ausweichst oder mit einem Freund zusammen jammst.
Willst du außerdem wissen, welche Akkorde von Natur aus zusammengehören, damit du von Anfang an die perfekte Tonart wählen kannst? Dann schau dir meinen Guide zu den Ukulele-Tonarten und Songwriting an.
Ich hoffe, dieser Guide gibt dir das nötige Selbstvertrauen, die Tonart von jedem Song zu ändern. Probier es an einem Song aus, den du schon kannst, schieb ihn zwei Schritte hoch und drei runter und hör, wie er derselbe Song bleibt, nur in einem neuen Zuhause. Du kannst mich jederzeit kontaktieren, wenn du mehr Infos zum Transponieren deiner Akkorde brauchst. Viel Spaß damit!