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Der ultimative Leitfaden zum Fingerpicking auf der Ukulele: Muster, Techniken und Übungstipps

Fingerpicking revolutioniert dein Ukulelenspiel, indem es Melodie, Rhythmus und Harmonie miteinander verbindet. In diesem ausführlichen UkuTabs-Leitfaden führt dich Jonas durch das PIMA-System, unverzichtbare Fingerpicking-Muster und professionelle Übungstipps – mit anschaulichen Beispielen und Tabulaturen, die dir den Einstieg erleichtern.

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Wenn du dich mit den (grundlegenden) Akkorden und dem Anschlagen vertraut gemacht hast, ist Fingerpicking der logische nächste Schritt. Damit kannst du deinem Spiel Melodie, Rhythmus und Harmonie verleihen. Dieser Artikel führt dich von den Grundlagen (wie und was) und einfachen Mustern bis hin zu zentralen Übungen und Beispielen. Der Schwerpunkt liegt auf der Standard-GCEA-Stimmung, die Beispiel-Tabulaturen sind im Standard-Ukulelenformat geschrieben. Schau dir zuerst diese Anleitung zum Lesen von Tabulaturen an, wenn du dir bei diesem Format unsicher bist.

Warum es wichtig ist, Fingerpicking zu lernen

Während das Strumming deinem Spiel Schwung und Groove verleiht, kann Fingerpicking für mehr Tiefe und Nuancen sorgen. Du kannst Solostücke arrangieren, Akkordfolgen interessanter gestalten und Melodien besser zur Geltung bringen. Schon allein das Üben von Fingerpicking kann dein Timing und die Unabhängigkeit deiner rechten Hand verbessern.

Rechtshänder-Konfiguration, PIMA-Zuordnung

Ich verwende gerne die für die Ukulele angepasste klassische Fingersatztechnik, die sogenannte „PIMA“-Methode. Die Buchstaben stammen von den spanischen Bezeichnungen für die Finger: P = pulgar (Daumen), I = indice (Zeigefinger), M = medio (Mittelfinger) und A = anular (Ringfinger).

Eine handgezeichnete Illustration der PIMA-Finger-Mapping-Technik.
  • P (Daumen): Normalerweise die G-Saite (4. Saite), in manchen Griffmustern oft abwechselnd die C-Saite (3. Saite).
  • Ich (Zeigefinger): C-Saite (3. Bund).
  • M (Mitte): E (2. Saite).
  • A (Ring): A (1. Saite).

Halte die Hand entspannt, die Finger leicht gekrümmt und die Bewegungen kompakt. Versuche, die Saiten eher leicht und gleichmäßig anzuschlagen, anstatt sie zu hämmern. Es ist in Ordnung, die Hand zur Stabilisierung leicht auf die Ukulele zu legen, solange du dein Handgelenk locker hältst.

Erste Schritte

  • Fingerhaltung: Beginne mit einem einfachen C-Akkord (0-0-0-3). Zupfe langsam von oben nach unten G–C–E–A mit P–I–M–A, also mit einem Finger pro Saite. Versuche, gleichmäßig zu spielen und auf ein gutes Timing zu achten. Wiederhole das bei G-, Am- und F-Akkorden und fang dann von vorne an.
  • Wechselnder Daumen: Auf offenen Saiten oder bei einem gehaltenen Akkord kannst du versuchen, den Daumen (P) zwischen der G- und der C-Saite hin und her zu wechseln, während dein Zeigefinger (I) oder Mittelfinger (M) eine leichte Note außerhalb des Takts auf der E- oder A-Saite einbringt. Das ist die Grundlage für das Picking im Travis-Stil.
  • Metronom-Übung: Beginne die Übung bei etwa 60 BPM mit Achtelnoten (1 & 2 & 3 & 4 &). Erhöhe das Tempo erst, wenn jede Note sauber und entspannt gespielt wird. Versuche, einen ganzen Durchgang zu spielen (C, G, Am, F).

Grundlegende Fingerpicking-Muster für die Ukulele

Jedes der folgenden Muster zeigt ein Ein-Takt-Muster auf einem C-Akkord (0-0-0-3), aber du kannst das Muster gerne auf andere Akkorde übertragen.

Muster A: Vorwärtsrolle (P → I → M → A)

Dieses klassische Arpeggio verläuft vom Bass zur Melodie: G → C → E → A. Ideal, um die Fingerunabhängigkeit zu trainieren und einen flüssigen Spielfluss zu entwickeln. Versuche, das hier erst einmal sicher zu beherrschen, bevor du weitermachst.

A|-----------3-|
E|-------0-----|
C|----0--------|
G|-0-----------|
   P  I  M  A

Muster B: Rückwärtsrolle (A → M → I → P)

Das gleiche Prinzip wie beim ersten Muster, nur umgekehrt. Von der Melodie hinunter zum Bass: A → E → C → G. Wunderschön für sanfte Passagen und Balladen.

A|--3---------|
E|----0-------|
C|-------0----|
G|----------0-|
   A  M  I  P

Muster C: Inside-Out (I → M → P → A)

Wenn du auf den mittleren Saiten beginnst, entsteht ein anderes rhythmisches Gefühl, ohne dass du dafür schneller spielen musst: C → E → G → A.

A|----------3-|
E|-------0----|
C|-0----------|
G|----0-------|
   I  M  P  A

Muster D: Daumenwechsel nach Travis

Das ist eines meiner absoluten Lieblingsmuster. Es ist ein Achtel-Muster im 4/4-Takt. Der Daumen (P) spielt den Bass auf den Zählzeiten (G auf 1 und 3, C auf 2 und 4). Der Zeigefinger (I) und der Mittelfinger (M) fügen leichte Noten auf den „&“-Zählzeiten hinzu (E mit I nach 1 und 3, A mit M nach 2 und 4). Hier noch einmal ein Beispiel mit einem C-Akkord (0-0-0-3) unten.

Count: | 1 | & | 2 | & | 3 | & | 4 | & |

A|-------------3---------------3-|
E|-----0---------------0---------|
C|---------0---------------0-----|
G|-0---------------0-------------|
   P   I   P   M   P   I   P    M

Spiel einfach mit verschiedenen Akkorden weiter. Dieser stetige Wechsel ist der „Motor“ des Travis-Stils.

Muster E: Pinches (Akzente auf zwei Saiten)

Du kannst die Saiten „zusammenkneifen“, indem du zwei Saiten gleichzeitig anschlägst. Das verleiht deinem Muster zusätzliche Betonung. Im folgenden Beispiel werden die Saiten auf den Zählzeiten 1 und 3 zusammengekniffen, dazwischen gibt es Einzeltöne.

A|--3-----------------3---|
E|------0------0----------|
C|---------0------0-------|
G|--0-----------------0---|
   P+A  I  M   I  M  P+A

Übungen, die wirklich funktionieren

  • Zweiminütige Rollen: Such dir einen Akkord aus und versuch, die Vorwärtsrolle (Muster A) zwei Minuten lang zu wiederholen. Mach eine kurze Pause von einer Minute und mach dann die Rückwärtsrolle (Muster B). Noch eine kurze Pause und dann das Inside-Out-Muster (Muster C). Das hilft dir dabei, einen gleichmäßigen Klang und ein gleichmäßiges Timing zu erreichen.
  • Übe mit einem Metronom: Fang langsam an und steigere das Tempo schrittweise: 60 → 72 → 84 → 96 BPM. Steigere das Tempo erst, wenn sich das Muster mühelos anfühlt.
  • Akkordfolge: Verwende C → G → Am → F. Spiel auf jedem Akkord einen Takt deines gewählten Patterns. Wechsle den Akkord und versuch, die Anschlaghand ruhig zu halten. Achte darauf, dass der Akkordwechsel früh genug erfolgt, damit du sauber auf den ersten Schlag landest.
  • Steuerung der übersprungenen Saiten: Übe nicht aufeinanderfolgende Akkordfolgen (z. B. G → E → C → A), um deine Genauigkeit zu verbessern.
  • Hybrid-Loops: Kombiniere Strumming und Fingerpicking. Wähle einen Akkord aus und strumme ihn einen Takt lang. Im zweiten Takt spielst du dann ein Fingerpicking-Muster und wiederholst das Ganze. So lernst du fließende Übergänge, damit du Picking in dein Spiel einbauen kannst.

Vollständige Beispiele:

C–G–Am–F mit dem „Forward Roll“-Muster. Ein Takt pro Akkord, wobei der Roll wiederholt wird (P → I → M → A). Achte auf Gleichmäßigkeit und klare Übergänge.

   C (0-0-0-3)   G (0-2-3-2)   Am (2-0-0-0)   F (2-0-1-0)
A|-------3-----|-------2-----|-------0------|-------0-----|
E|-----0-------|-----3-------|-----0--------|-----1-------|
C|---0---------|---2---------|---0----------|---0---------|
G|-0-----------|-0-----------|-2------------|-2-----------|

C–G–Am–F mit einem sanften Travis-Touch. Lass den Daumen abwechselnd auf G und C auf den Zählzeiten spielen. Füge leichte Fingertöne auf den „&“-Zählzeiten hinzu. Überstürze nichts.

Chord: C
A|-------3-------3-----------3-----------|
E|-----0-------0-----------0-------------|
C|-----------0-----------0---------------|
G|-0---------------0---------------------|

Chord: G
A|-------2-------2-----------2-----------|
E|-----3-------3-----------3-------------|
C|-----------2-----------2---------------|
G|-0---------------0---------------------|

Chord: Am
A|-------0-------0-----------0-----------|
E|-----0-------0-----------0-------------|
C|-----------0-----------0---------------|
G|-2---------------2---------------------|

Chord: F
A|-------0-------0-----------0-----------|
E|-----1-------1-----------1-------------|
C|-----------0-----------0---------------|
G|-2---------------2---------------------|

Profi-Tipps & häufige Lösungen

  • Erst langsam, dann gleichmäßig, dann schnell: Geschwindigkeit ist der letzte Schritt, nicht der erste. Eine saubere Ausführung ist das A und O.
  • Bewegungsökonomie: Halte die Finger nah an den Saiten.
  • Akzente und Dynamik: Versuch mal, die Melodiestimme klanglich ein wenig in den Vordergrund zu rücken.
  • Timing für die linke Hand: Wechsle die Akkorde einen Hauch früher, damit die erste gezupfte Note des neuen Takts immer klar zu hören ist.
  • Nimm dich selbst auf: Kleine Schwankungen im Timing sind leichter zu hören als zu spüren.

FAQ: Fingerpicking auf der Ukulele

Was ist Fingerpicking auf der Ukulele?

Dabei zupft man auf der Ukulele einzelne Saiten mit Daumen und Fingern, anstatt alle Saiten gleichzeitig anzuschlagen. Im Gegensatz zum Anschlagen, bei dem man alle Saiten gleichzeitig anschlägt.

Welche Finger gehören auf welche Saiten?

Verwende PIMA: Daumen (P) für G (und oft auch C beim Wechsel), Zeigefinger (I) für C, Mittelfinger (M) für E und Ringfinger (A) für A. Diese Fingersatztechnik stammt aus dem klassischen Gitarrenunterricht und hilft dabei, das Lernen zu vereinfachen.

Welche Muster sollte ich zuerst lernen?

Ich würde vorschlagen, zunächst mit der Vorwärtsrolle, der Rückwärtsrolle und der Inside-Out-Rolle zu beginnen. Dann kannst du einen einfachen, abwechselnden Daumen im Travis-Stil und ein paar Pinches zur Betonung hinzufügen oder sogar das Chucking einführen.

Wie trainiere ich effektiv?

Kurze tägliche Einheiten mit einem Metronom, langsam und gleichmäßig – das ist der richtige Weg. Spiel die Patterns auf einem Akkord in einer Schleife und füge dann Akkordwechsel hinzu. Nimm dich selbst auf und erhöhe das Tempo erst, wenn es sich leicht anfühlt.

Kann ich bei Songs, die ich schon kenne, Fingerpicking anwenden?

Auf jeden Fall. Nimm irgendeine Akkordfolge und ersetze das Strumming durch einen Roll oder ein Travis-Feeling. Füge auf den starken Zählzeiten Pinches ein, um den Groove zu formen und die Melodienoten hervorzuheben.

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