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Der ultimative Ukulele-Fingerpicking-Guide: Patterns & Technik

Aktualisiert 15.08.2026 ·

Fingerpicking verändert dein Ukulelespiel, weil es Melodie, Rhythmus und Harmonie zusammenbringt. In diesem ausführlichen UkuTabs-Guide führt dich Jonas durch das PIMA-System, die wichtigsten Fingerpicking-Muster und Profitipps fürs Üben, mit klaren Beispielen und Tabs für den Einstieg.

Was du lernst
  • Was bedeutet PIMA?
  • Die wichtigsten Fingerpicking-Muster
  • Gezielte Übungen
  • Profitipps und Stolperfallen
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Wenn dir die (Grund-)Akkorde und das Strumming locker von der Hand gehen, ist Fingerpicking der natürliche nächste Schritt. Damit bringst du Melodie, Rhythmus und Harmonie in dein Spiel. Dieser Artikel führt dich von den Grundlagen (wie und was) über einfache Muster bis zu den wichtigsten Übungen und Beispielen. Alles bezieht sich auf die Standardstimmung GCEA, und die Beispiel-Tabs sind im üblichen Ukulele-Format notiert. Schau dir am besten zuerst die Anleitung zum Lesen von Tabulaturen an, wenn dir dieses Format noch nichts sagt.

Warum sich Fingerpicking lernen lohnt

Während das Strumming deinem Spiel Antrieb und Groove gibt, bringt Fingerpicking Tiefe und Feinheit dazu. Du kannst Solostücke arrangieren, Akkordfolgen interessanter machen und Melodien herausarbeiten. Schon das reine Üben von Fingerpicking verbessert dein Timing und die Unabhängigkeit deiner rechten Hand.

Die rechte Hand einrichten: die PIMA-Zuordnung

Ich arbeite gern mit der klassischen Zuordnung, angepasst an die Ukulele, der sogenannten „PIMA“-Methode. Die Buchstaben kommen aus dem Spanischen und stehen für die Finger: P = pulgar (Daumen), I = indice (Zeigefinger), M = medio (Mittelfinger) und A = anular (Ringfinger).

Eine handgezeichnete Illustration der PIMA-Fingerzuordnung.
  • P (Daumen): meistens die G-Saite (4.), in manchen Mustern im Wechsel zur C-Saite (3.).
  • I (Zeigefinger): die C-Saite (3.).
  • M (Mittelfinger): die E-Saite (2.).
  • A (Ringfinger): die A-Saite (1.).

Halte die Hand locker, die Finger leicht gekrümmt und die Bewegungen klein. Ziel ist ein leichter, gleichmäßiger Anschlag statt eines Hämmerns in die Saiten. Du kannst die Hand zur Stabilität ruhig leicht auf der Ukulele ablegen, solange das Handgelenk locker bleibt.

So legst du los

  • Fingerposition: Fang mit einem einfachen C-Akkord an (0-0-0-3). Zupfe langsam von oben nach unten G–C–E–A mit P–I–M–A, also ein Finger pro Saite. Bleib dabei gleichmäßig und achte auf sauberes Timing. Wiederhol das Ganze auf G, Am und F und fang dann wieder von vorn an.
  • Wechselbass-Daumen: Auf leeren Saiten oder einem gegriffenen Akkord lässt du den Daumen (P) zwischen G- und C-Saite wechseln, während Zeigefinger (I) oder Mittelfinger (M) einen leichten Ton zwischen den Zählzeiten auf der E- oder A-Saite setzt. Das ist die Grundlage für das Picking im Travis-Stil.
  • Metronom-Routine: Starte die Übung bei etwa 60 BPM in Achteln (1 & 2 & 3 & 4 &). Erhöh das Tempo erst, wenn jeder Ton sauber und entspannt kommt. Geh dann einmal komplett durch (C, G, Am, F).

Die wichtigsten Fingerpicking-Muster für Ukulele

Jedes Muster unten zeigt einen Takt auf einem C-Akkord (0-0-0-3), aber du kannst es genauso gut auf andere Akkorde übertragen.

Muster A: Forward Roll (P → I → M → A)

Dieses klassische Arpeggio läuft vom Bass hinauf zur Melodie: G → C → E → A. Super, um Fingerunabhängigkeit und einen fließenden Ablauf aufzubauen. Nimm dir das hier in Ruhe vor, bevor du weitermachst.

A|-----------3-|
E|-------0-----|
C|----0--------|
G|-0-----------|
   P  I  M  A

Muster B: Reverse Roll (A → M → I → P)

Gleiche Idee wie beim ersten Muster, nur rückwärts. Von der Melodie hinunter zum Bass: A → E → C → G. Wunderbar für ruhige Passagen und Balladen.

A|--3---------|
E|----0-------|
C|-------0----|
G|----------0-|
   A  M  I  P

Muster C: Inside-Out (I → M → P → A)

Der Start auf den mittleren Saiten erzeugt ein ganz anderes rhythmisches Gefühl, und das ganz ohne Tempo: C → E → G → A.

A|----------3-|
E|----0-------|
C|-0----------|
G|-------0----|
   I  M  P  A

Muster D: Wechselbass-Daumen im Travis-Stil

Das ist eines meiner absoluten Lieblingsmuster. Es ist ein Achtelmuster im 4/4-Takt. Der Daumen (P) spielt den Bass auf den Zählzeiten (G auf 1 und 3, C auf 2 und 4). Zeigefinger (I) und Mittelfinger (M) setzen leichte Töne auf die „&“-Zählzeiten (E mit I nach 1 und 3, A mit M nach 2 und 4). Unten wieder ein Beispiel mit einem C-Akkord (0-0-0-3).

Zählzeit: | 1 | & | 2 | & | 3 | & | 4 | & |

A|-------------3---------------3-|
E|-----0---------------0---------|
C|---------0---------------0-----|
G|-0---------------0-------------|
   P   I   P   M   P   I   P    M

Mach so mit anderen Akkorden weiter. Dieser gleichmäßige Wechsel ist der „Motor“ des Travis-Pickings.

Muster E: Pinches (Akzente auf zwei Saiten)

Beim „Pinch“ zupfst du zwei Saiten gleichzeitig. Das gibt deinem Muster eine zusätzliche Betonung. Im Beispiel unten liegen die Pinches auf den Zählzeiten 1 und 3, drumherum einzelne Töne.

A|--3-----------------3---|
E|------0------0----------|
C|---------0------0-------|
G|--0-----------------0---|
   P+A  I  M   I  M  P+A

Übungen, die wirklich etwas bringen

  • Zwei-Minuten-Rolls: Such dir einen Akkord aus und spiel den Forward Roll (Muster A) zwei Minuten lang in der Schleife. Mach eine Minute Pause und nimm dann den Reverse Roll (Muster B). Wieder kurz Pause, danach das Inside-Out-Muster (Muster C). Das hilft dir zu einem gleichmäßigen Ton und sauberem Timing.
  • Mit Metronom üben: Fang langsam an und geh Stufe für Stufe hoch: 60 → 72 → 84 → 96 BPM. Erhöh erst, wenn sich das Muster mühelos anfühlt.
  • Akkordwechsel-Kette: Nimm C → G → Am → F. Spiel auf jedem Akkord einen Takt deines Musters. Wechsle den Akkord und halte die Zupfhand dabei ruhig. Achte darauf, dass der Akkordwechsel früh genug kommt, damit du sauber auf der Zählzeit 1 landest.
  • Saitensprünge kontrollieren: Üb Reihenfolgen mit nicht benachbarten Saiten (zum Beispiel G → E → C → A), das macht dich treffsicherer.
  • Hybrid-Schleifen: Kombinier Strumming und Fingerpicking. Nimm einen Akkord und schlag einen Takt lang an. Im zweiten Takt spielst du ein Fingerpicking-Muster, dann wieder von vorn. So lernst du geschmeidige Übergänge und kannst Picking in dein Spiel einbauen.

Komplette Beispiele:

C–G–Am–F mit dem Forward-Roll-Muster. Ein Takt pro Akkord, den Roll immer wieder (P → I → M → A). Achte auf Gleichmäßigkeit und saubere Wechsel.

   C (0-0-0-3)   G (0-2-3-2)   Am (2-0-0-0)   F (2-0-1-0)
A|-------3-----|-------2-----|-------0------|-------0-----|
E|-----0-------|-----3-------|-----0--------|-----1-------|
C|---0---------|---2---------|---0----------|---0---------|
G|-0-----------|-0-----------|-2------------|-2-----------|

C–G–Am–F mit sanftem Travis-Feeling. Der Daumen wechselt auf den Zählzeiten weiter zwischen G und C. Dazu leichte Fingertöne auf den „&“-Zählzeiten. Lass dir Zeit.

Akkord: C
A|-------3-------3-----------3-----------|
E|-----0-------0-----------0-------------|
C|-----------0-----------0---------------|
G|-0---------------0---------------------|

Akkord: G
A|-------2-------2-----------2-----------|
E|-----3-------3-----------3-------------|
C|-----------2-----------2---------------|
G|-0---------------0---------------------|

Akkord: Am
A|-------0-------0-----------0-----------|
E|-----0-------0-----------0-------------|
C|-----------0-----------0---------------|
G|-2---------------2---------------------|

Akkord: F
A|-------0-------0-----------0-----------|
E|-----1-------1-----------1-------------|
C|-----------0-----------0---------------|
G|-2---------------2---------------------|

Profitipps & typische Stolperfallen

  • Erst langsam, dann flüssig, dann schnell: Tempo ist der letzte Schritt, nicht der erste. Eine saubere Bewegung ist alles.
  • Ökonomische Bewegung: halt die Finger nah an den Saiten.
  • Akzente und Dynamik: hol die Melodiesaite in der Lautstärke eine Spur nach vorn.
  • Timing der Greifhand: wechsle die Akkorde eine Winzigkeit früher, damit der erste gezupfte Ton im neuen Takt immer sauber kommt.
  • Nimm dich auf: kleine Timing-Wackler hörst du leichter, als du sie fühlst.

FAQ: Fingerpicking auf der Ukulele

Was ist Fingerpicking auf der Ukulele?

Du zupfst einzelne Saiten der Ukulele mit Daumen und Fingern, statt alle Saiten zusammen anzuschlagen. Anders als beim Strumming, wo du alle Saiten gleichzeitig triffst.

Welcher Finger gehört auf welche Saite?

Nimm PIMA: Daumen (P) für G (und beim Wechselbass oft auch C), Zeigefinger (I) für C, Mittelfinger (M) für E und Ringfinger (A) für A. Diese Zuordnung kommt aus der klassischen Gitarrenausbildung und macht das Lernen deutlich übersichtlicher.

Welche Muster sollte ich zuerst lernen?

Ich würde mit dem Forward Roll, dem Reverse Roll und Inside-Out anfangen. Danach nimmst du einen einfachen Wechselbass-Daumen im Travis-Stil dazu, ein paar Pinches als Betonung oder sogar chucking.

Wie übe ich effektiv?

Kurze tägliche Einheiten mit Metronom, langsam und gleichmäßig, das ist der Weg. Spiel Muster auf einem Akkord in der Schleife und nimm dann Akkordwechsel dazu. Nimm dich auf und erhöh das Tempo erst, wenn es sich leicht anfühlt.

Kann ich Fingerpicking bei Songs nutzen, die ich schon kann?

Auf jeden Fall. Nimm irgendeine Akkordfolge und ersetz das Anschlagen durch einen Roll oder ein Travis-Feeling. Setz Pinches auf die betonten Zählzeiten, das formt den Groove und hebt Melodietöne hervor.

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