Septakkorde auf der Ukulele
Septakkorde klingen nach Können, dabei sind die meisten anfängerfreundlich und ein paar davon sogar leichter als der normale Akkord. Lern die drei Familien kennen, hör dir an, wie jede klingt, und nimm die Griffe mit, auf die es ankommt.
- Was ein Septakkord ist
- Die drei Septakkord-Familien
- Welchen du zuerst lernst
- Wenn sich ein Septakkord schwer anfühlt
Was ist ein Septakkord auf der Ukulele? Warum steht in manchen Songs G7 statt einfach nur G? Und sind Septakkorde schwer zu greifen? Du bist nicht allein, wenn dich diese kleinen 7er in deinem Songbook bisher verwirrt haben. Die meisten sind einfacher, als du denkst, und ein paar davon sind sogar leichter als der normale Akkord. Hier kommt eine entspannte Tour durch die drei Septakkord-Familien und die Griffe, die du wirklich brauchst.
Das Wichtigste zuerst: was ist ein Septakkord?
Ein normaler Akkord besteht aus drei Tönen, die übereinandergestapelt sind (ein Dreiklang). Nimm C-Dur: drei Töne, die fröhlich und rund klingen. Stell dir ein stabiles kleines Stativ vor. Es steht für sich allein und will nirgendwo hin.
Ein Septakkord ist genau dieser Dreiklang mit einem zusätzlichen Ton obendrauf. Das war’s. Ein Bonuston.
Aber dieser eine Ton verändert alles. Es ist wie ein einzelner Tropfen Lebensmittelfarbe in einem Glas Wasser. Gleiches Wasser, völlig anderes Bild. Der Ton, den du obendrauf stapelst, entscheidet über den gesamten Charakter, und genau das teilt die Septakkorde in drei Familien.
Wenn das alles ganz neu für dich ist, lohnt es sich, zuerst die Basisakkorde sicher draufzuhaben. Dann fällt bei den 7ern viel schneller der Groschen.
Familie 1: Dominantseptakkord (der bluesige, ruhelose)
Das ist der, den die meisten meinen, wenn sie einfach von „einem 7er-Akkord“ sprechen. Geschrieben wird er G7, C7, D7, A7. Buchstabe plus eine 7.
Ein Dominantseptakkord ist ein Dur-Akkord plus eine erniedrigte Septime (= die bluesige Septime, die dem Akkord seinen Zug gibt). Dieser erniedrigte Ton klingt mit voller Absicht ein bisschen unfertig. Er zupft an deinem Ohr. Er „will sich auflösen“, das heißt, er zieht dich zum nächsten Akkord hin wie eine Frage, die auf ihre Antwort wartet. Deshalb stecken Dominantseptakkorde überall in Blues, Folk und in Turnarounds (= die kleine Akkordfolge, die dich zurück an den Anfang einer Strophe bringt).
Das hier sind die, die dir ständig begegnen:
Und jetzt kommt der Teil, den Anfänger lieben. C7 gibt es fast geschenkt. Statt deines normalen C (A-Saite im dritten Bund, mit dem Ringfinger gedrückt) drückst du die A-Saite einfach im ersten Bund. Ein Finger, fertig. G7 ist auch freundlich, sobald deine Finger die kleine Dreiecksform gelernt haben. Diese beiden tauchen ständig auf und zahlen sich deshalb schnell aus.
Meiner Meinung nach ist C7 der beste „erste Septakkord“ überhaupt. Er kostet dich fast nichts und lässt eine schlichte Akkordfolge sofort bluesig und erwachsen klingen.
Familie 2: Maj7 (der verträumte, weiche)
Verwechsle den bitte nicht mit dem Dominantseptakkord von oben. Geschrieben wird er Cmaj7, Fmaj7, Amaj7 (manchmal siehst du auch ein kleines Dreieck, etwa C△7).
Ein Maj7-Akkord ist ein Dur-Akkord plus die große Septime, und die sitzt genau einen Bund unter der Oktave des Grundtons. Weil diese beiden Töne so dicht beieinander liegen, entsteht ein sanftes Schimmern. Das klingt verträumt, weich und ein bisschen jazzig. Wenn der Dominantseptakkord ruhelos ist, dann ist der Maj7 das genaue Gegenteil. Er ist entspannt und schwebend, wie ein langsamer Sonntagmorgen.
Hier sind zwei der schönsten und einfachsten:
Familie 3: m7 (der milde, geschmeidige)
Geschrieben wird er Am7, Dm7, Em7. Ein Moll-Akkord plus eine 7.
Ein m7 ist ein Moll-Akkord plus eine kleine Septime. Moll-Akkorde klingen ohnehin schon eine Spur launisch und traurig. Leg die weichere Septime obendrauf und diese Kante schmilzt einfach weg. Übrig bleibt ein Klang, der mild und geschmeidig ist statt traurig. Das ist der warme, entspannte Sound hinter jeder Menge Soul, R&B und sanftem Pop.
Das sind die gängigen Griffe:
Und hier kommt noch ein Geschenk für Anfänger: Am7 ist wirklich einer der einfachsten Akkorde auf der ganzen Ukulele. Wir alle kennen das Gefühl, ziemlich überfordert auf ein Akkordblatt zu starren, und da ist es schön, wenn einer davon praktisch umsonst zu haben ist. Am7 ist genau das.
Welche sollte ich zuerst lernen?
C7 und G7 öffnen dir Blues, Folk und tausend Lagerfeuersongs. Am7 schleicht sich überall in Popsongs hinein. Cmaj7 gibt dir sofort diesen verträumten Klang. Lerne diese vier und du hörst Septakkorde schon in Songs aufblitzen, von denen du dachtest, du kennst sie längst.
Willst du dir einen Griff genauer ansehen, auch einen, der hier nicht abgebildet ist? Du kannst ihn jederzeit im Akkorddiagramm-Tool nachschlagen.
Was, wenn sich ein Septakkord trotzdem schwer anfühlt?
Ein paar davon sind kniffliger, keine Frage. Manche brauchen eine Streckung oder einen eingeklappten Finger. Aber du schaffst das, und du musst am ersten Tag nicht gleich die Lehrbuchversion spielen. Es gibt fast immer einen freundlicheren Weg zu einem brauchbaren Klang, während deine Hände noch aufholen.
Wenn ein Akkordgriff sich gegen dich wehrt, erzwinge ihn nicht. Mein Guide dazu, wie du schwierige Ukulele-Akkorde vereinfachst, hat fünf schnelle Tricks für genau diesen Fall. Übung macht den Meister!
Bereit, das Ganze auszuprobieren? Such dir einen Song aus der Songbibliothek und schau, wie viele kleine 7er du plötzlich wiedererkennst.
Ich hoffe, dieser Guide hat dir geholfen, Septakkorde auf der Ukulele zu verstehen und endlich zu spielen. Übe fleißig weiter und hab Spaß dabei! Schreib mir gerne, wenn du mehr über Septakkorde wissen willst. Viel Erfolg und viel Spaß!